G. Mackenroth (MMS 10)
Eine Knochenerkrankung ist die Osteoporose, bei dieser Krankheit reduziert sich die Knochenmasse und die Mikroarchitektur des Knochens verschlechtert sich. Es zwar so, dass ungefähr ab dem 35. Lebensjahr eine Verschlechterung der Knochenstruktur geschieht, allerdings passiert die Verschlechterung so langsam, dass man sie kaum bemerkt. Bei Osteoporose schreitet dieser Vorgang ganz besonders schnell voran, die Knochen werden porös und es besteht ein erhöhtes Knochenbruchrisiko. Ganz typische Bruchstellen sind dann z.B.: die Wirbelsäule, das Handgelenk oder die Hüfte.
Symptome für Osteoporose sind beispielsweise Knochenschmerzen, besonders im Rücken, außerdem treten ein Rückgang der Körpergröße, sowie Knochenverformungen auf.
Die Ursachen für Osteoporose ist die, vor allem im Alter zunehmende, Unterversorgung von Calcium und Vitamin D. Außerdem kann Osteoporose von einer sehr hohen Gabe von Schilddrüsenhormonen hervorgerufen werden.
Von dieser Krankheit sind besonders Frauen betroffen, denn das Hormon östrogen verhindert bei Frauen im gebärfähigen Alter einen Knochenabbau. Das ist so, weil östrogene die Calciumaufnahme der Knochen steuern und Calcium ein ganz wesendlicher und wichtiger Bestandteil der Knochen ist. Es ist aber so, dass in den Wechseljahren die Funktion der Eierstöcke, dort wird dieses Hormon Produziert, nachlässt. Aus diesem Grunde sinkt der östrogenspiegel und folglich kann das Calcium nicht mehr so gut von den Knochen aufgenommen werden und es kann ein Mangel an Calcium entstehen.
Osteoporose kommt bei Männern erst zu einem viel späteren Zeitpunkt im Leben auf, denn bei ihnen erledigt das Hormon Testosteron die Funktion für Knochen, welche das Hormon östrogen für Frauen erledigt. Allerdings bildet sich bei Männern die Produktion dieses Hormons erst viel später und langsamer zurück als bei Frauen. So kommt es, dass Osteoporose erst ca. nach dem 70. Lebensjahr auftritt.
Außerdem kann Osteoporose auch durch falsche oder mangelhafte Ernährung, einen Mangel an Bewegung, zu ausgeprägten Alkoholkonsum, durch andere Krankheiten (z.B. Tumore) oder durch die dauerhafte Behandlung mit bestimmten Medikamenten hervorgerufen werden.
Osteoporose kann man folglich zum einen durch Bewegung vorbeugen, denn sie trainiert und stärkt die Knochenstruktur. Außerdem kann man ihr zum anderen auch mit richtiger und gesunder Ernährung Vorbeugen. Sie sollte möglichst Calcium und Vitamin D reich sein, zudem sollte man darauf achten, wenig phosphathaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Phosphat bindet nämlich das Calcium und so kommt es, dass der Blutcalciumgehalt abnimmt.
Eine weitere Knochenerkrankung ist die Osteomalazie bzw. Rachitis (das ist die jugendliche Form der Osteomalazie). Hierbei treten Defekte bei der Mineralstoffeinlagerung des Knochens, der so genannten Knochenmineralisation, auf. Hervorgerufen wird dies durch einen Mangel von Vitamin D. Dieser Mangel an Vitamin D kann beispielsweise durch eine vorhergegangene Nierenerkrankung hervorgerufen werden oder durch eine mangelhafte bzw. unausgewogene Ernährung.
Eine zwar ziemlich seltene, dennoch aber bekannte Knochenkrankheit ist die Osteogenesis imperfecta, genannt Glasknochenkrankheit. Dies ist eine Erbkrankheit, bei der ein Teil der Erbinformationen mutiert. Die Festigkeit und Stabilität der Knochen, sowie ihr Aufbau verändert sich so, dass die Knochen leicht Zerbrechlich und wenig Robust sind. Außerdem kann bei dieser Krankheit der Aufbau des Skelettes insgesamt und auch das Wachstum der betroffenen Person verändert bzw. beeinflusst werden.
Symptome für die Erkrankung sind hauptsächlich eine ganz außergewöhnliche Instabilität der Knochen, also folglich eine unnatürliche Knochenbrüchigkeit. Außerdem können als Symptome blaue Skleren, Kleichwüchsigkeit, ein deformiertes Skelett, eine Verbiegung der Wirbelsäure, sowie leicht überdehnbare Gelenke, eine schwache Muskulatur, starkes Schwitzen und eine ganz besondere Neigung zu Leistenbrüchen und Kurzsichtigkeit auftreten.
Knochenbrüche kommen meisten Fällen durch eine überlastung des Knochens oder durch eine Gewalteinwirkung auf den Knochen, z.B. ein Sturz, zu Stande. In einigen wenigen Fällen kann der Knochbruch jedoch auch von einer Ermüdung des Knochens, durch eine vorhergegangene zu starke Belastung des Knochens oder von einer Knochenkrankheit herrühren, diese Knochenbrüche werden als "spontane Knochenbrüche" bezeichnet.
Bei der Behandlung des Knochenbruchs unterscheidet man zunächst einmal unter einer operativen und einer nichtoperativen Behandlung.
Die nichtoperative Benhandlung des Knochenbruchs besteht darin zunächst einmal an der Betroffenen Stelle eine örtliche Betäubung einzurichten und dann den Knochen einer Streckbehandlung zu unterziehen. Danach wird an der betroffenen Stelle ein Gips angelegt und nachdem dieser Behandlungsabschnitt vorbei ist, folgt noch ein weiterer, bei dem, dem Betroffenem Körperteil noch einer Zeitlang ein Verband angelegt wird, zudem wird der Knochen geschient.
Die operative Behandlung eines Knochenbruchs beginnt zunächst einmal mit der Einrichtung des Knochens. Diese Geschieht unter Narkose, während der gebrochene Knochen an der betroffenen Stelle freiliegt. Nun werden die Bruchstücke mit Schrauben, Nägeln oder Platten fest verbunden.
Eine Art dieser Verbindung der Knochen ist die Marknagelung. Bei dieser Methode wird der Knochen sozusagen von innen geschient, indem lange Marknägel durch einen Schnitt (möglichst fern von der Bruchstelle) in den Knochen geführt werden. (Siehe Abb. links)
Eine weitere Weise der Verbindung der Bruchstücke ist die Verplattung und Verschraubung. Hierbei werden die Bruchstücke miteinander verbunden, indem der Knochen sozusagen von außen geschient wird. An dem Knochen entlang wird hier eine Platte angebracht, die durch mehrere Schrauben am Knochen festgeschraubt ist. (Siehe Abb. rechts) Zwei andere Formen der Knochenfixierung sind die Fixierung durch Kirschnerdrähte und die Verbindung der Knochenteile durch einen externen Festhalter.
Bei der erstgenannten Form werden die Knochenbruchstücke durch Drähte miteinander verbunden und zusätzlich mit einer Drahtumschlingung gefestigt. (Siehe zweite Abb. links)
Die andere Form funktioniert, indem von außen Schrauben in den Knochen eingebracht werden, welche zudem mit Metallstäben verbunden werden. (Siehe zweite Abb. rechts)
Eine ganz andere Behandlungsweise ist bei Oberschenkelhalsbrüchen notwendig.
Oberschenkelhalsbrüche kommen haupt-sächlich bzw. fast nur bei älteren Menschen vor und sind das Resultat eines Sturzes auf die Hüfte. Diese Brüche bringen zum einen starke schmerzen in der Hüfte mit sich, zum anderen ist das Bein verdreht und erscheint dem anderen gegenüber kürzer und verdreht.
Bei verschobenen Oberschenkerlhalsbrüchen ist das obere Bruchstück sehr kurz und schlecht Durchblutet. So ist eine Operation erforderlich, bei der das obere Bruchstück durch eine Prothese ersetzt wird, zudem wird auch die Hüftpfanne von einer Prothese ersetzt. Diese beiden Prothesen werden mit einer speziellen art von zwei Komponentenklebern im Knochen befestigt.
Auch hierzu gibt es eine alternative Methode, bei der nur das obere Bruchstück ersetzt und das Prothesenmaterial in dem Knochen eingepresst wird. Meist wird bei älteren Patienten aber die erstgenannte Methode bevorzugt, denn sie bringt den Vorteil mit sich, dass sie so stabil ist, dass dem Patienten nach der Operation das laufen mit voller Belastung möglich ist.
Bei nicht verschobenen Oberschenkelhalsbrüchen ist ein Knochenersatzteil nicht nötig, hier ist es nur erforderlich die Bruchstücke miteinander zu verschrauben. Auch hier ist das Bein nach der Behandlung wieder voll belastbar.