Sonstiges

S. Dülge (S2)

Mein Besuch bei Ethicon - positiv überrascht

An diesem Tag ist mal wieder alles schief gelaufen: Schulstress, meine Freundin wollte mich nicht begleiten und ich sollte jetzt als einzige meiner Schule zu Ethicon gehen. Toll! - Was ist das überhaupt für eine Firma? Hatte ich noch nie was von gehört. Ich fahre dann also nach Norderstedt zu Ethicon. Bin natürlich viel zu früh da, weil mir der HVVRoutenplaner einen längeren Marsch zum Firmengelände prophezeit hat, es in Wirklichkeit aber direkt an die Bushaltestelle grenzt. Ich begebe mich auch brav zum Empfang- "bitte setzen" - und warte auf die Dinge, die da kommen sollen.
Die dann auch eine halbe Stunde später in Form von 20 pubertierenden Zehnklässlern vor mir stehen. Als alle schließlich da sind, führt uns die nette Ausbildungsleiterin Ethicons durch diverse Flure und Hinterhöfe in einen Konferenzraum.
Hier erfahre ich endlich, was Ethicon eigentlich macht. Ethicon ist eine Tochterfirma der Johnson & Johnson Gruppe, die in fast allen Bereichen, in denen sie agiert, Marktführer ist. Weltweit arbeiten 110 000 Menschen in über 200 Unternehmen für J&J.
Am hiesigen Ethicon-Standort arbeiten etwa 2000 Menschen, davon 1000 in der Produktion. So viel dazu, dass in Deutschland nichts mehr produziert wird. Es wird überwiegend chirurgisches Nahtmaterial hergestellt. Während der Präsentation werden uns auch Produktproben gezeigt. Am Besten gefällt mir ein ungefäht 10 cm² großes weiß-blaues Plastiknetz, das an Orangennetze erinnert. Das bekommt man implantiert, wenn nach großen Wunden das Hautgewebe wieder zusammenwachsen soll. Auf jeden Fall kostet jenes besagte Netz etwa 260 €...
Mit solchen Nahtmaterialien hat Ethicon 80% Anteile am Weltmarkt. In Norderstedt werden davon jährlich 104 Millionen hergestellt (260€ x 104.000.000 = nette Summe). Also ein Markt mit Zukunft.
Daher würde ich auch jedem empfehlen ein Praktikum bei Ethicon zu machen. Ich kann mir vorstellen, dass man in diesem Betrieb in viele Bereiche von der Produktion über die Forschung bis zur Verwaltung einsehen kann.
Leider konnte ich an diesem Tag nicht mehr die Produktion besichtigen, bin aber positiv überrascht von diesem Firmenbesuch und habe wieder einmal einen Blick über den Tellerrand der Schule in einen Bereich, den ich mir ohne den Daniel-Düsentrieb-Preis wohl nie angesehen hätte, machen können.
Skizze