B. Gerecke (VS)
Krankheiten, egal ob angeboren und später eingetreten, haben den Menschen schon immer zu schaffen gemacht. Mit unserer modernen Medizin ist es nicht nur möglich Krankheiten zu stoppen, sondern mittlerweile sie auch zu heilen. Dies ist heute auch der Fall bei unserem Gehör. Egal ob ein Mensch schon immer taub war, oder er erst seit einem bestimmten Zeitraum taub ist, in der Medizin und Technik werden immer neue Wege gefunden, dieses zu heilen. Daher ist heute die Frage, was noch erlaubt ist und was nur noch Ersatzteile für den Körper sind.
Dass Menschen Hörprobleme haben, kann zu einem angeboren sein, zum Beispiel, wenn ein Kind taube oder schwerhörige Eltern hat. Als zweite Möglichkeit gibt es die Erkrankung. Es kann hier durch eine Virusinfektion, eine allergische Reaktion oder durch eine Verletzung ausgelöst werden. Was die Schwerhörigkeit allerdings ausmacht, ist das, dass die Gefäße im Innenohr nicht mehr richtig durchblutet werden. Dadurch werden die kleinen Haarzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sodass diese beschädigt oder zerstört werden. Die Hörreize können nun nicht mehr an den Hörnerv übertragen werden, welcher sie dann zum Gehirn weiterleitet.
Sobald erkannt wird, dass ein Kind hörgeschädigt ist, bekommt es ein Hörgerät. Denn schon das Einsetzten eines Hörgeräts einige Wochen später, hat einen großen Nachteil für diese Kinder. Bis zum achten Lebensjahr ist die Sprachentwicklung abgeschlossen. Wenn sie in dieser Zeit ein paar Tage oder Wochen ohne etwas zu hören weiter wachsen, liegen sie mit der Geräuscherkennung schnell hinter anderen Kindern ihres Alters. Was man in dieser Zeit verpasst, hat für später schwere Auswirkungen und ist für diese Kinder sehr schwer nach zu holen. Außerdem vergessen sie in dieser Zeit das bis dahin Gelernte wieder sehr schnell, wenn sie es nicht immer wieder hören.
Das CI ist eine technische Hörprothese, welche gehörlosen Menschen ermöglicht wieder hören zu können. Vorraussetzung für ein CI ist, zum einen, dass es wegen der hohen Kosten und dem nicht garantierten Erfolg, nur bei Menschen eingesetzt wird, die selbst mit dem besten Hörgerät nichts mehr hören können. Dazu kommt noch, dass der Hörnerv und davon ausgehend alle Nerven noch vollständig funktionieren müssen. Sonst erzielt das CI keinen Erfolg. Es funktioniert so, dass die Signale von dem CI direkt an den Hörnerv übertragen werden. Dafür muss aber auch das Gehirn die ankommenden Informationen verarbeiten können. Wenn es jedoch vor dem CI noch keine Hörreize bekommen hat, oder nur eine sehr kurze Zeit, dann hat das Gehirn große Probleme die Informationen richtig zu verarbeiten. Somit ist es auch ein gefährlicher Eingriff, da es in der Nähe des Gehirns angebracht werden muss. Außerdem gibt es zwischen dem "normalen" Hören und dem Hören mit dem CI einen großen Unterschied. Man kann sich daher nicht darauf verlassen, mit so einem Hörersatz sofort alles verstehen zu können, sondern es dauert eine gewisse Zeit in der man seine Erfahrungen damit sammelt und in der man lernen muss damit richtig umzugehen. Dazu ist es auch noch wichtig eine Hör- und Sprachtherapie zumachen. Denn nicht jeder kann sich an das CI gewöhnen. Es kommt auch manchmal vor, dass es keinen Erfolg bringt, auch wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.