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S. Dülge (S2)

Grootmoor bei Philips - Eine Fülle neuer Informationen

Philips Medical Systems, ehemals Müller Röntgen, ist einer der drei weltgrößten Medizintechnik-Hersteller. Am Hamburger Standort werden Röntgenapparate entwickelt und gebaut. Am Standort direkt neben dem Fuhlsbüttler Flughafen werden jährlich 7000 Röntgenröhren der neuesten Generation hergestellt. Die 1600 Mitarbeiter, tätig in Produktion, Vertrieb und Forschung erwirtschaften dabei einen jährlichen Umsatz von 600 Mio. €. Philips sieht diesen Standort als zukunftsträchtig und investierte deshalb in den letzten vier Jahren über 50 Mio. € in moderne Forschungs- und Produktionseinrichtungen in Hamburg.
Ein Röntgenapparat ist eine hochkomplexer Maschine, die seitdem Konrad Röntgen 1895 die Hand seiner Frau erstmals röntge, viele Entwicklungsschritte hinter sich hat. Um ein Röntgenbild zu erstellen, nutzt man die Grundeigenschaften der Röntgenstrahlen. Sie breiten sich allseitig, gradlinig aus, besitzen eine hohe Durchdringungsfähigkeit und werden von Objekten unterschiedlich stark abgeschwächt, je nachdem, aus welchem Material sie bestehen und welche Dichte sie haben.
Röntgenbilder sind heutzutage immer noch unersetzbar in der Medizin.
Nur durch sie können selbst kleinste Knochenfrakturen diagnostiziert und entsprechend behandelt werden. Der Nutzungsgrad ist dabei deutlich höher, als das Risiko an Krebs zu erkranken. Durch Umwelteinflüsse entsteht heutzutage ein höheres Krebsrisiko als beim Röntgen.
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In Hamburg werden Röhren für Computertomographen, Generatoren für die Röntgengeräte und Untersuchungsgeräte gefertigt. Einen Teil der Produktion, die Glasröhrenfabrik und die Endmontage der Untersuchungsgeräte konnten wir besichtigen. Um eine Glasröhre herzustellen, in der die zum Röntgen benötigten Anode und Kathode angeordnet sind, braucht es Zeit und gut ausgebildete Fachkräfte. Denn jede einzelne Röhre muss in einem aufwendigen Prozess per Hand hergestellt werden. Das wird von gelernten Uhrmachern, Glasbläsern, Feinmechanikern und Goldschmieden getan. Einen speziellen Ausbildungsberuf gibt es dafür nicht. Auch die Endmontage und die Sicherheitsprüfungen werden in Hamburg gemacht. Andere Teile stammen auch aus Ungarn oder Frankreich.
Jeder Röntgenapparat ist eine bestellte Einzelanfertigung, die nach den Wünschen des Auftraggebers gefertigt wird. Das gute alte Röntgenfoto wird immer mehr durch digitalisierte Bilder mit 9 Millionen Pixels abgelöst. Eine Röntgenanlage kostet 200 000 €, digital etwa 300 000 €. In deutschen Krankenhäusern sind die Gerätschaften aber häufig veraltet, da die Budgets zu gering sind. Etwa die Hälfte aller Röntgenapparate sind über 15 Jahre alt. In anderen Ländern, wie den USA sind die Gerätschaften bei weitem nicht so alt. Eine Problematik, die vielen nicht bewusst ist.
Bei Philips sind uns viele neue Informationen angemessen vermittelt worden, die in ihrer Fülle vielleicht ein klein wenig zu viel waren (irgendwann habe ich resigniert zu versuchen zu verstehen, wie ein Röntgenbild entsteht oder welches einzelne Teil jetzt wofür gut ist), aber alles in allem war es eine interessante Werksführung.
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